Cobán ist die Hauptstadt der Provinz Alta Verapaz. In dem Städtchen, das in einer Senke der Sierra de Chamá liegt, leben rund 50.000 Menschen. Cobán liegt etwas über 200 Kilometer von der Hauptstadt Guatemalas entfernt auf einer Höhe von 1.323 Metern. Der Ort ist von üppigen Wäldern und saftig-grünen Feldern eingerahmt und wirkt auf europäische Touristen auf den ersten Blick wie ein zu schnell gewachsenes Bergdorf.

Das Hotel- und Restaurantangebot ist Cobán sind gut. Gerne wird der Ort aus Ausgangspunkt zu Ausflügen in die nahe liegenden, grandiosen Naturlandschaften genutzt. Die kleine Stadt in Guatemala erlebte ihren ersten Aufschwung, als Mitte des 19. Jahrhunderts deutsche Siedler dorthin kamen und Kaffee anbauten. In wenigen Jahrzehnten schossen die Fincas der geschäftstüchtigen Deutschen wie Pilze aus dem Boden. Unter der einheimischen Bevölkerung sieht man noch immer Menschen mit dunkler Hautfarbe und hellen Augen, die Nachfahren von Mischehen zwischen Indios und Deutschen.

Im Rahmen des Patronatsfestes am 4. August findet jedes Jahr in Cobán, dass in ganz Guatemala bekannte Nationale Folklorefestival statt. Es dauert fünf Tage, an denen traditionelle Tänze und Konzerte aufgeführt werden. Daneben finden Messen und Prozessionen statt. Der Höhepunkt des Festes ist die Wahl der indianischen Schönheitskönigin Rabin Ajau.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt die Kathedrale, die Santo Domingo de Guzmán geweiht ist, dem Schutzpatron der Stadt. Hinter der Kirche ist ein Platz, auf dem jeden Tag ein Mark stattfindet. Ein beliebtes Ziel der Einheimischen ist die kleine Friedhofskapelle Ermita del Calvario, zu der 134 Stufen hinaufführen. Die Indigenas zünden an den vielen kleinen Nischen auf dem Weg nach oben Kerzen an und opfern in der Kapelle Weihrauch, Tierhaare und Federn.

Wer sich in Guatemala für die Spuren deutscher Kaffeepflanzer interessiert, sollte in Cobán die Finca Dieseldorff besuchen, die sich nicht weit vom Stadtzentrum entfernt befindet. Hier können die Besucher an Führungen teilnehmen, in denen sie alles über den Anbau des Kaffees und seine Weiterverarbeitung erfahren. Die 45-minütigen Führungen finden von Montag bis Samstag statt. Noch heute exportiert die Finca Kaffee nach Europa, den Nahen Osten und in die Vereinigten Staaten von Amerika.