Die Île Royale ist eine der drei Vulkaninseln, die 13 Kilometer vor der Küste Französisch-Guyanas im Atlantik liegen. Viele Guyaner verbringen hier ihren Wochenendurlaub, selbst aus dem 80 Kilometer entfernten Cayenne reisen sie an, weil hier das Wasser klar und sauber ist und der kühle Wind die heiße Tropenluft erträglich macht. Die ehemalige Sträflingsinsel wird inzwischen von rund 50.000 Touristen pro Jahr besucht, womit die Île Royale zu den meistbesuchten Orten von Französisch-Guyana zählt.

Auf die Insel kommen fast so viele Besucher wie in das Raumfahrtzentrum CSG auf dem Festland von Französisch-Guyana. Das CSG und die Rakete Ariane sind herausragende Leichttürme in der Wirtschaft des Landes. Sie sind auch ein Grund dafür, warum Frankreich an seinen ehemaligen Kolonien festhält. Das Raumfahrtzentrum zahlt etwa 40 Prozent des Steueraufkommens in Französisch-Guayana.

An der Atlantikküste, dort wo der Fluss Mana ins Meer mündet, liegt das lang gezogene Dorf Awala-Yalimapo. Hier befindet sich der längste Strand von Französisch-Guyana, an dem die blauen Luth-Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Dieses Naturschauspiel findet in zwischen den Monaten April und Juni statt. Dann kommen etwa 5.000 Schildkröten an den Strand von Awala-Yalimapo und mehr als doppelt so viele Touristen, die den Tieren bei der Eiablage zusehen möchten.

Der Bürgermeister des Dorfes möchte den sanften Tourismus weiter ankurbeln. Nur sei es nicht leicht für ein Volk, Unternehmergeist zu entwickeln, wenn es immer im Moment gelebt hat. Zur Förderung des Tourismus auf Französisch-Guyana und auch der eigenen Kultur die Kalina-Indianer jedes Jahr Wettkämpfe im Bogenschießen, Kanuwettbewerbe und die ungewöhnliche Disziplin Schlammschlittern.

Französisch-Guayana ist von den vielen verschiedenen Ethnien geprägt, die mehr oder weniger friedlich zusammenleben. Die Indianer leben vor allem an der Atlantikküste und an den großen Flüssen. Die laotischen Hmong leben in den Bergen, wo sie Gemüse anbauen. Der Busch ist die Heimat der Bushinengés, die ihr Geld vor allem als Bootsführer verdienen. Dazu kommen chinesische Einzelhändler, illegale brasilianische Goldgräber und viele andere Migranten.