Santa Cruz de la Sierra ist mit 1,6 Millionen Einwohnern inzwischen die bevölkerungsreichste Stadt Boliviens. Die Metropole liegt auf einer Höhe von 430 Metern im östlichen Tiefland des südamerikanischen Landes. Mit dem Erfolg der Wirtschaft in der Region, vor allem durch die moderne Agroindustrie, bildete sich eine selbstbewusste Mittel- und Oberschicht heraus. Der mächtigste Wirtschaftsverband Boliviens, Cainco, hat seinen Sitz in Santa Cruz de la Sierra.

Touristen kommen gerne in der Karnevalszeit nach Santa Cruz de la Sierra, da dieses Fest hier ganz sicher das überschwänglichste und fröhlichste in ganz Bolivien ist. Ein Highlight für die Besucher ist auch der zentrale Platz von Santa Cruz de la Sierra, der Plaza 24 Septiembre, der zu den schönsten in ganz Bolivien zählt. Der Lebensstil der Einheimischen ähnelt mehr dem der Brasilianer als dem des bolivianischen Hochlandes.

In Santa Cruz de la Sierra wird vor allem Spanisch gesprochen. Immer mehr Menschen ziehen aus armen Hochlandgebieten hierher, die sich außerhalb den Ringstraßen in den ärmeren Vierteln niederlassen. Hier hat Präsident Evo Morales viele Anhänger. Dennoch steht die Stadt grundsätzlich nicht auf der Seite des Staatschefs, sondern eher eine feste Bastion gegen Evo Morales.

In Santa Cruz de la Sierra gibt es viele Großgrundbesitzer, denen die politische Richtung der Regierung in La Paz, der Hauptstadt von Bolivien, überhaupt nicht passt. Zusammen mit den Provinzen des Tieflands wollen sie diese Regionen zum Ort des Widerstands gegen die indigenistisch-sozialistische Politik von Evo Morales und seiner Bewegung zum Sozialismus (MAS) machen. Der Vorwurf, dass sie Rassisten sind, ist allerdings so nicht haltbar, da einige von ihnen selbst von indianischer Herkunft sind.

Auch die Umgebung der Metropole Santa Cruz de la Sierra lädt zu reizvollen Ausflügen ein. In den nahen Bergen lassen sich wunderbare Wanderungen unternehmen und die alten Missionsstätten der Jesuiten sind auf jeden Fall einen Besuch werden. Kenner von Bolivien behaupten auch immer wieder, dass man nirgends im Land so gute Fleischgerichte und Speiseeise bekommt wie in Santa Cruz de la Sierra.