Schon wieder feiert der Präsident von Bolivien, Evo Morales, einen Wahlsieg. Seit knapp fünf Jahren eilt der Politiker von einem Triumph zum nächsten. Doch das Resultat der letzten Regionalwahl hätte sich der Staatschef des südamerikanischen Landes eigentlich noch positiver vorgestellt. Seine Bewegung zum Sozialismus (MAS) hat zwar ein Departement dazu gewonnen und regiert nun in sechs der neun Departements Boliviens.
Die MAS ist nun in den Andenregionen La Paz, Cochabamba, Oruro, Potosí und nun auch in Chuquisaca die stärkste Partei. Der Wahlsieger Evo Morales sagt: „Seit 2010 hat die MAS die Zahl ihrer Gouverneure verdoppelt.“ Doch auf den Sieg fallen auch Schatten. Die MAS verlor in den Regionen Santa Cruz, Beni und Tarija. Vor allem im Tiefland von Bolivien musste die Regierungspartei herbe Niederlagen einstecken, da hier die meisten Gegner von Evo Morales leben.
Außerdem gewann die Opposition die Regionalwahl in sieben der zehn größten Städte des Landes. So bleibt Bolivien politisch ein gespaltenes Land, obwohl Evo Morales erst im Dezember 2009 mit einer Zustimmung von 64 Prozent der Bevölkerung ganz sicher seine Amtszeit verlängert hat und im Parlament und im Senat mit deutlichen Mehrheiten regieren kann. Die MAS feierte vor allem in den Hochlandregionen ihre Erfolge, während sie im Kampf um die Rathäuser der Hauptstadt Sucre und des Regierungssitzes La Paz unterlag.
Vor allem im vergleichsweise reichen und von europäischen Einflüssen geprägten Tiefland Boliviens, trifft der Staatschef Evo Morales auf erbitterten Widerstand. Der Gouverneur des Wirtschaftszentrums Santa Cruz heißt weiterhin Rubén Costa, einer der schärfsten Kritiker des Präsidenten. Vor allem die neue Verfassung, die den Ureinwohnern mehr Rechte verspricht, ist den Unternehmern und Großgrundbesitzern der Gegend ein Dorn im Auge.
Rubén Costa kommentiert den Ausgang der Regionalwahl in Bolivien wie folgt: „Heute ist ein glücklicher Tag für alle, die wegen ihres Einsatzes für die Autonomie verfolgt, verleumdet und eingesperrt wurden. Die Leute haben sich dafür entschieden, die Macht im Lande ins Gleichgewicht zu bringen.“