Die Yanomami sind der festen Überzeugung, dass ihr Gott der Schöpfung Omamé, das Gold tief in der Erde vergraben hat, um die Menschen vor Unheil zu schützen. Gold ist für sie ein Symbol für das Böse, für Xawara. Der Kontakt der Yanomami mit Goldsuchern, Missionaren und anderen Abenteurern hat ihnen nur Unglück gebracht. Die Regierung von Brasilien verspricht den Indios zwar den Schutz durch das Gesetz, was aber nicht für die Förderung von Bodenschätzen gilt.
Die Yanomami leben in einem Gebiet zwischen den Flüssen Orinoco und Amazonas an der Grenze zwischen Brasilien und Venezuela. Ihr Regenwald ist von der aufstrebenden Wirtschaft Brasiliens arg bedroht. Es existieren in Brasilien Pläne, die Indianer in Schutzgebieten anzusiedeln und Naturparks wie in den Vereinigten Staaten von Amerika einzurichten. Hier geht es um eines der letzen Paradiese der Erde, dass die Menschheit vor der endgültigen Zerstörung bewahren muss.
Bei den Yanomami ist Lärm verpönt – niemand schreit hier, um sich Gehör zu verschaffen. Die Indios haben keine Namen wie der Rest der Bevölkerung in Brasilien oder Venezuela, sondern nur Spitznamen und die werden nicht offen ausgesprochen. Sie malen und schreiben auch nicht. Niemand gibt ihnen Befehle, da es keinen Häuptling noch einen Ältestenrat gibt. Dennoch gibt es ein paar ungeschriebene Gesetze, an die sich die Yanomami halten: Diebstahl ist geächtet und die Ruhe des anderen heilig.
In dem großen Holzbau aus Rundstangen und Blättern bewohnt jede Familie ein kleines Areal. Es herrscht dort fröhliche Anarchie, die keinen Führer duldet. Die Plantagenbesitzer längst vergangener Zeiten mussten Sklaven aus Afrika holen, weil sich die Yanomami in Brasilien und Venezuela lieber umbrachten als für andere zu arbeiten. Selbst die eigenen Schamanen können nicht sicher sein, dass ihnen ihre Schäfchen immer glauben – einmal tun sie es, ein anderes Mal nicht.