Der Ex-Diktator von Panama, Manuel Noriega, verbrachte die letzten 20 Jahre seines Lebens in einer Gefängniszelle in Florida, da er in Amerika als Drogenhändler verurteilt worden war. Nun wurde einem Auslieferungsbegehren Frankreichs stattgegeben, wo er weiter in Haft bleiben wird. Die Justiz in Frankreich wirft dem ehemaligen Staatschef vor, sich drei Appartements in Paris mit Geld gekauft zu haben, das aus dem Drogenhandel stammt.
Manuel Noriega ist einer jener umstrittenen Politiker Lateinamerikas, die von den USA über lange Jahre gefördert und geschützt wurden. Als junger Soldat studierte er an der Escuela de las Americas, in der Kanalzone von Panama, wo die Vereinigten Staaten von Amerika zukünftige Staatschefs ausbildeten. Unter dem Präsidenten Omar Torrijos stieg Manuel Noriega die militärische Karriereleiter steil nach oben.
Als sein Protegé Omar Torrijos unter ungeklärten Umständen 1981 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, übernahm Manuel Noriega in Panama die Macht. Der amerikanische Präsident Ronald Reagan war von dem jungen Staatschef ganz begeistert: er war Antikommunist und bekämpfte die linken Guerilleros in den Nachbarstaaten Panamas. Doch das Glück währte nicht lange.
1988 wurde Manuel Noriega in den USA angeklagt, weil er viel Geld am kolumbianischen Kokainhandel verdient haben sollte. Das Rauschgift wurde durch Panama transportiert. Wegen des Handels mit Drogen und Verschwörung wurde der Ex-Staatschef in den USA zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach 17 Jahren sollte er eigentlich wegen guter Führung entlassen werden, musste aber weiterhin einsitzen, weil Frankreich seine Auslieferung verlangte.
Die Rechtsanwälte von Manuel Noriega waren mit dem Versuch gescheitert, den Ex-Diktator nach Panama überstellen zu lassen. Dort war er bereits 1995 in Abwesenheit wegen des Mordes an oppositionellen Politikern verurteilt worden. Die Haftbedingungen wären für ihn in seiner Heimat wesentlich erträglicher gewesen, denn alte Menschen dürfen hier ihre Strafe als Hausarrest verbüßen. Doch die Amerikaner verhinderten dies, da sie befürchteten, Manuel Noriega könnte selbst noch als alter Mann in Panama politische Unruhen auslösen.