Der Grand Chaco bedeckt etwa 60 Prozent der gesamten Landesfläche von Paraguay, auf der aber nur drei Prozent der Bevölkerung leben. Die Region umfasst die gesamte westliche Hälfte des lateinamerikanischen Landes und lässt sich grob in drei Teile gliedern: der untere Chaco erstreckt sich westlich von Asunción, den mittleren bildet die Mennonitenregion, während im hohen Norden lichte Dornensträucher dominieren.

Die pure Wildnis des Grand Chaco in Paraguay erstreckt sich im Westen des Landes bis an die Grenzen von Argentinien und Bolivien. Während der Regenzeit verwandeln sich große Teile der Region in Sümpfe, während ihn in der Trockenperiode ein stacheliger Dornenwald prägt. In früheren Zeiten lebten in diesem Gebiet vor allem indigene Jäger und Sammler. Auch heute leben noch Indios hier, in Reservaten, die ihnen zugewiesen worden sind.

In den 1930iger Jahren wurde der mittlere Chaco an die Glaubensgemeinschaft der Mennoniten verteilt. In der Nähe des Río Paraguay wohnt die Landbevölkerung, die hier von der Subsistenzwirtschaft lebt, in idyllischen Häusern aus Palmenholz. Sie sind größtenteils Selbstversorger. In den dichteren Dornenwäldern des hohen Chacos hat die Regierung von Paraguay Militärstützpunkte eingerichtet.

In den letzten Jahren haben sich Siedler aus Brasilien in den Nordosten von Paraguay niedergelassen. Sie haben den Dornenwald gerodet und pflanzen Baumwolle und Kaffee an. Im Jahr 2000 kaufte die Vereinigungskirche von Reverend Sun Myung Moon für rund 15 Millionen Dollar im Chaco 360.000 Hektar Land, darunter die gesamte Stadt Puerto Casodo. Dieser Kauf löste in Paraguay hitzige Diskussionen in den Medien und unter der Bevölkerung aus.

Jedes Jahr im September findet im Chaco von Paraguay eines der härtesten Autorennen der Welt statt. Das internationale Motorsportereignis dauert drei Tage und zieht Fahrer und Zuschauer aus der ganzen Welt an. Das Klima  im Grand Chaco ist tropisch bis subtropisch. Die Sommer sind feucht und heiß, die Winter nicht übermäßig warm und fast ohne Niederschläge.