Der Staatschef von Venezuela, Hugo Chávez ist ins Netzwerk Twitter eingestiegen. Bis vor kurzem war das World Wide Web für den Präsidenten eher eine Bedrohung, da dort vor allem die Massenmedien und die Opposition kommunizierten. Hugo Chávez bezeichnete das Web als Terrorismus: „Das Internet darf nicht frei sein.“ Eher schon liebt er das Fernsehen, in dem er jeden Sonntag in der Sendung „Hallo Präsident“ an die Bevölkerung von Venezuela seine politischen Botschaften richtet.

Seit vergangener Woche hat sich seine Einstellung zum Internet geändert. Er ist als Blogger bei Twitter aktiv. Hugo Chávez hatte diesen Schritt im Staatsfernsehen von Venezuela mit folgenden Worten angekündigt: „Ich werde meinen Schützengraben im Internet haben, das wird ein Bombardement, mit einem Bombardement von Antworten, Schlacht ist Schlacht.“ Seine erste Botschaft bei Twitter lautete: „Hey, wie geht´s? Ich bin aufgetaucht, wie ich gesagt hatte: gegen Mitternacht. Fahre jetzt nach Brasilien. Und bin sehr zufrieden, für Venezuela zu arbeiten. Venceremos.“

Am 1. Mai richtete Hugo Chávez seine Glückwünsche via Twitter an die Arbeiterinnen und Arbeiter von Venezuela. Er lud sie zum Sozialismus ein, der das Königreich der Arbeiterklasse sei und bedankte sich für ihre Botschaften. Bei Twitter nennt sich der Staatschef von Venezuela „Chavezcandanga“. Folgende Kurzbiographie hat er hinterlegt: „Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela. Bolivarischer Soldat, Sozialist und Antiimperialist.“

In der Rangliste von Twitter in Venezuela gewann Hugo Chávez ganz schnell 162.000 Anhänger. Barack Obama bringt es im Vergleich auf 3,8 Millionen. Der Präsident möchte nun, dass seine Kollegen Fidel Castro und Evo Morales ebenfalls bei Twitter einsteigen und schreibt: „Evo, ich lade dich ein, Fidel, ich lade dich ein. Lasst uns die ideologische Schlacht in allen Räumen schlagen. Revolution ist in allen Räumen.“ Das Internet gewinnt immer mehr Bedeutung für Politiker. Beispielsweise nutzt Antanas Mockus in Kolumbien ganz geschickt die Möglichkeiten des weltweiten Netzes und könnte sogar als erster Grüner Präsident von Kolumbien werden.