Vor 31 Jahren durfte der kubanische Sänger Silvio Rodríguez in den Vereinigten Staaten von Amerika schon einmal auftreten. Danach bekam er von den amerikanischen Behörden kein Einreisevisum mehr. Silvio Rodríguez sagte: „Ich fühle mich genauso blockiert, wie unter anderen Regierungen. Ich hoffe, dass ändert sich eines Tages.“ Jetzt darf er endlich wieder in die USA einreisen. Anfang Juni 2010 soll er Konzerte in Los Angeles, San Francisco und New York geben.
Der Liedermacher aus Kuba gilt in den Vereinigten Staaten als Härtefall, weil er mit seinen Hymnen den Kommunismus verteidigt. Mit seiner sanften Stimme und der Gitarre hat er immer die kommunistische Regierung Kubas unterstützt. Außerdem reiste er mit der kubanischen Armee nach Angola und wurde schließlich Abgeordneter im Parlament. Erst kürzlich lieferte sich Silvio Rodríguez ein Briefduell mit Alberto Montaner, einem erklärten Gegner des Castroregimes.
Dennoch täte man dem Künstler Unrecht, wenn man ihn als blinden Verteidiger des Kommunismus betrachten würde. Auch er kritisiert das starre politische System in Kuba und erinnert immer wieder an die ursprünglichen Ziele der Rebellion. Silvio Rodríguez regt an, das „R“ in der Revolution zu überwinden: „Kuba braucht eine Evolution. Kuba schreit nach einer Revision vieler Dinge.“
Doch die staatlichen Medien schweigen die Kritiker des politischen Systems der Castrobrüder tot. Es gibt keine öffentlichen Debatten über die Fehler und Unzulänglichkeiten des Regimes. Silvio Rodríguez sagt: „Wenn wir uns nicht ändern, dann werden wir geändert.“ Mittlerweile gibt der Liedermacher sogar zu, dass der US-Boykott nicht an allen Übeln in Kuba schuld sei.
Dennoch irren auch jene, die glauben, der kubanische Sänger habe die Seiten gewechselt. Er betont: „Ich habe immer noch mehr Gründe an die Revolution zu glauben als an ihre Verleumder.“ Silvio Rodríguez gehörte zu den Gründern der Musikform „Nueva Trova“ und pries damit den sozialistischen Weg der Genossen in Kuba.