Chacaltaya liegt etwa 5.300 Meter hoch in den bolivianischen Anden und war früher das höchstgelegene Skigebiet der Welt. Das war in einer Zeit vor der weltweiten Gletscherschmelze. Seit der Lift den Betrieb eingestellt hat und arbeitet der ehemalige Liftwärter Samuel Mendóza als Hüttenwirt in der „Cabaña de Chacaltaya“, die dem bolivianischen Andenverein gehört. Es gibt hier Betten für 22 Gäste, einen offenen Kamin, eine Küche und einen Speisesaal.

Touristen, die nicht zu Fuß hier heraufsteigen wollen, können mit dem Auto auf einer steilen Schotterpiste bis vor die Hütte fahren. Bergsteiger benutzen die Hütte des Andenvereins gerne, um sich für den Aufstieg den Sechstausender Huayna Potosí, an die dünne Luft in dieser Höhe zu gewöhnen. Zum Skifahren, in diese Region Boliviens, kommen nur noch die wenigsten Besucher.

Früher war Chacaltaya bei den Skifahrern auf der ganzen Welt ein Mythos. 1939 gründete der Ingenieur Raul Posnansky den Andenverein von Bolivien und baute die erste Andenhütte am Chacaltaya-Gletscher. 1942 wurde hier der erste Skilift ganz Südamerikas in Betrieb genommen. Es gab hier Skimeisterschaften, selbst die bolivianische Skinationalmannschaft trainierte auf dem höchsten Skigebiet der Welt.

Die Reichen aus der Hauptstadt La Paz verbrachten hier gerne ihre Wochenenden. Doch die glorreichen Zeiten sind vorbei. Den auch die Anden haben enorm unter dem weltweiten Klimawandel zu leiden. Das Abschmelzen der Gletscher wird für viele Städte eine bedrohliche Wasserknappheit mit sich bringen. Laut einer Studie der Weltbank ist die Wasserversorgung von rund 30 Millionen Menschen in diesem Gebiet gefährdet.

Samuel Mendóza sitzt am offenen Kamin in der „Cabaña de Chacaltaya“ und erzählt: „Es kommen nur noch wenige Gäste, seit der Schnee ausbleibt.“ Doch auch hier keimt Hoffnung auf. Ihr Name ist Juan. Er bietet in der Skisaison, wenn auf kleinen Flächen Schnee liegt, Ski- und Snowboardkurse für Kinder und Jugendliche an. Er sagt: „Wir wollen den Skisport in Bolivien auf keinen Fall verlieren.“

Auch Wandern und Bergsteigen sind in dem südamerikanischen Land in letzter Zeit sehr in Mode gekommen. Der Andenverein bietet geführte Wandertouren an. Vielleicht brechen für die „Cabaña de Chacaltaya“ bald wieder bessere Zeiten an.