Bei Touristen, die durch Chile reisen, ist Antofagasta, eine Stadt mit rund 300.000 Einwohnern nicht sehr angesehen. Dennoch hat die Metropole durchaus ihre Reize. Das Faszinierende ist, dass Antofagasta eine Stadt in der Wüste ist und gleichzeitig einen Hafen besitzt. Sehenswert in der Hafenstadt sind auch der alte Hauptplatz und die Gebäude im Barrio Histórico, die in der Zeit, als hier die Menschen viel Geld mit dem Nitratabbau verdienten, gebaut wurden.

Antofagasta, im Norden von Chile gelegen, wurde 1870 gegründet und stieg schnell zu einer Wirtschaftsmetropole auf, denn von hier aus führte der einfachste Weg ins Innere des südamerikanischen Landes. Der Hafen war schon nach kürzester Zeit der Bedeutendste aller südamerikanischen Pazifikhäfen. Außerdem entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Exportzentrum, da von hier der größte Teil des Kupfers und anderer Bodenschätze, die aus der Atacama stammen, ins Ausland verschifft werden. Außerdem ist Antofagasta ein wichtiger Stützpunkt für den Handel mit Bolivien.

Ein Wahrzeichen der Stadt sind die viktorianischen und georgianischen Bauten, die aus der Zeit der Nitratförderung stammen. Sie befinden sich zwischen der Plaza und dem alten Hafen. Wer vor dem Torre Reloj steht, einer Nachahmung des Big Ben in London, spürt, welchen Einfluss die Engländer einst in dieser chilenischen Stadt hatten. Das ehemalige Zollamt beherbergt heute das Museo Regional – der Eintritt kostet einen Dollar. Menschen, die sich eher für profane Dinge wie Essen interessieren, werden ihre Freude beim Besuch des quirligen Fischmarkts von Antofagasta haben, dem Terminal Pesquero.

Das viel bestaunte Symbol von Chile ist La Portada, ein natürlicher, wunderschön geformter Gesteinsbogen. Er befindet sich etwa 16 Kilometer nördlich von Antofagasta, ein Stück vor der Küste. Chilereisende, die dieses Naturwunder fotografieren möchten, können mit dem Bus der Linie 15 bis La Portada fahren. Von dort führt sie ein etwa drei Kilometer langer Spaziergang zum Sinnbild der Nation.