Die argentinische Provinzhauptstadt San Juan wurde am 13. Juni 1562 von Juan Jufré gegründet. Am 15. Januar 1944 wurde die Stadt vom schwersten Erdbeben, das jemals in Argentinien gemessen wurde zu 80 Prozent zerstört. Rund 10.000 Menschen starben bei der Katastrophe. Heute prägen das Stadtbild breite Straßen, die von Bäumen gesäumt sind. Beim Wideraufbau durften nur Gebäude errichtet werden, die nicht mehr als sieben Stockwerke umfassen durften. Wegen dieser vorausschauenden und erdbebensicheren Bauweise überstand San Juan ein weiteres starkes Erdbeben am 23. November 1977 nahezu unbeschadet.

San Juan ist für die Verhältnisse in Argentinien eine sehr beschauliche Stadt, obwohl dort etwa 120.000 Einwohner leben. Die meisten touristischen Highlights von San Juan befinden sich in der Nähe der zentralen Plaza 25 de Mayo. So auch die moderne Kathedrale mit ihren frei stehenden Glockenturm. Drei Blocks in nordwestlicher Richtung von der Plaza entfernt, befindet sich die wichtigste Sehenswürdigkeit von San Juan – das Geburtshaus von Domingo Faustino Sarmiento.

Domingo Faustino Sarmiento war von 1868 bis 1874 Staatschef in Argentinien. Durch das von ihm aufgelegte Bildungsprogramm ist der ehemalige Präsident auch heute noch sehr beliebt bei der argentinischen Bevölkerung. Domingo Faustino Sarmiento war der erste Präsident von Argentinien, der nicht in Buenos Aires geboren war. Er schrieb ein Buch mit dem Titel „Zivilisation oder Barbarei“. Unter dieser Maxime führte er auch seine Regierungsgeschäfte. Sein Geburtshaus ist mit den Originalmöbeln eingerichtet. Besonders beeindruckend ist seine umfangreiche Bibliothek.

Wer sich für die Urgeschichte Argentiniens interessiert, sollte auf jedem Fall dem Museo de Ciencias Naturales einen Besuch abstatten. Das Naturkundemuseum verfügt über eine stattliche Sammlung von Fossilien aus dem Parque Provincial Ischigualasto. Zu den herausragenden Stücken zählen Teile des Skeletts eines Rincosaurus, die 230 Millionen Jahre alt sind. Außerdem gibt es dort Knochen eines Stegomastodon, die sechs bis sieben Millionen Jahre in der Erde gelegen haben. Sie stammen aus der Provinz Santiago del Estero. Am Sonntag ist das Museum geschlossen.