Antonio de Aguiar Patriota, Vizeaußenminister von Brasilien, ist der festen Überzeugung, dass die Regierung Lula die Demokratie im größten südamerikanischen Land gefestigt hat. Er hält den Präsidenten für einen großartigen Führer, der aus der Arbeiterklasse zum Leader von Brasilien aufgestiegen ist. Partiota lobt vor allem die Wirtschaftspolitik des brasilianischen Staatschefs: „Er hat ein Wirtschaftswachstum neuen Typs geschaffen, eines, das Arbeit schafft, Investitionen anzieht, aber gleichzeitig die soziale Ungleichheit korrigiert.“

Der Vizeaußenminister von Brasilien hält sein Land für eine starke Marktwirtschaft, in der dennoch der Staat eine starke Präsenz zeigt. Das Bankengesetz in Brasilien sei eines, das im Vergleich zu Europa weniger Risiken zulasse. Brasilien habe eine gute Balance zwischen Staat und Markt gefunden, wodurch Brasilien die Weltwirtschaftskrise besser überstanden hat als viele andere Staaten. Antonio de Aguiar Patriota sagt: „Wir sind als Letzte in die Weltfinanzkrise hineingeschlittert und als Erste wieder herausgekommen.

Der brasilianische Politiker geht deshalb davon aus, dass in der Zukunft das Monopol für Wirtschaftspolitik nicht mehr in den reichen Staaten liegen wird. Der Markt regle einfach nicht alles. Manche Dinge mache der Staat besser. Für Antonio de Aguiar Patriota ist Präsident Lula für den wirtschaftlichen Aufschwung verantwortlich. Lula sei heute in der Welt bekannter als der beste brasilianische Fußballer aller Zeiten – Pele.

Der brasilianische Vizeaußenminister betont, dass es in Brasilien dennoch nie einen Caudillismus, einen Anführerkult, gegeben habe. Patriota sagt: „Es gibt jetzt eine neue politische Klasse, junge, demokratische Leute, gut ausgebildet, business-friendly.“ Die Mittelschicht in Brasilien wachse nach wie vor. Heute gehören ihr mehr als die Hälfte der Brasilianer an. Vor wenigen Jahren noch lebten 40 Millionen Brasilianer extrem verarmt.

Trotz aller Erfolge Brasiliens, ein Punkt bereitet Antonio de Aguiar Patriota dann doch Probleme: „Was uns Sorgen macht: 1980 erwirtschafteten wir 35 Prozent der Wertschöpfung Südamerikas, heute 55 Prozent. Das ist gut für uns, aber wir wollen keine Insel sein.“ Brasilien spüre seine Verantwortung, die schwächeren Länder zu unterstützen.