Ein Beispiel für den Ökotourismus in Costa Rica ist die Selva Bananito Lodge, die aus den Abfällen Mahagoni- und Teakholz gebaut wurde, die bei Rodungsarbeiten liegen geblieben sind. Ökotouristen aus aller Welt kommen hierher. Die Duschen werden von Solaranlagen geheizt, die Bioseife ist abbaubar und das Abwasser wird von Bakterien und Wasserhyazinthen aufbereitet. In der Nacht spenden erzeugen Kerzen ein romantisches Licht.

Costa Rica gilt weltweit als ein Vorbild des Ökotourismus. In den achtziger Jahren waren dort beinahe 80 Prozent des Regenwaldes gerodet. Die Regierung erkannte, dass man sich damit seiner Zukunftschancen beraubte. Heute ist ein Drittel der Fläche von Costa Rica als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Bis zum Jahr 2021 will das lateinamerikanische Land eine neutrale Kohlendioxidbilanz ausweisen.

Die lokale Fluggesellschaft „Nature Air“ pflanzt Bäume im Regenwald, um ihren Treibhausgasausstoß auszugleichen. Unzählige Gästebetriebe in Costa Rica werben damit, der Umwelt keinen Schaden zuzufügen und sie im Gegenteil zu bewahren. Die Natur wurde als natürlicher Schatz von Costa Rica erkannt, der möglichst viele Ökotouristen anlocken soll, die wichtige Devisen ins Land bringen.

Die Selva Bananito Lodge spielt dabei eine vorbildliche Rolle. Einen Teil seiner Gewinne verwendet das Familienunternehmen für den Erhalt der Natur. Der Geograf, Umweltforscher und Tourismusexperte Ludwig Ellenberg glaubt allerdings nicht, dass sich der Ökotourismus landesweit in Costa Rica durchsetzen wird: „Vieles davon ist Etikettenschwindel. Ökotourismus ist ein tolles Konzept, aber es funktioniert nur als Nische. Denn im Gegensatz zum Naturschutz geht es dem Tourismus meist um Wachstum und die schnelle Befriedigung angestauter Bedürfnisse.“

Wolfgang Günther vom N.I.T., einem Institut für Tourismusforschung hat zusammen mit dem WWF Verschläge verfasst, wie jeder Tourist seine Reiseschäden begrenzen kann. Da der Flugtourismus für die Umwelt die größte Gefahr darstellt, lautet eine Faustregel: lieber seltener und dafür länger in den Urlaub fliegen. Wenn die Möglichkeit besteht sollte die Urlauber den Bus oder die Bahn benutzen. In den Unterkünften sollte möglichst wenig Müll entstehen und wenn er doch anfällt, sorgfältig getrennt werden. Strom und Wasser sollte mit Bedacht verwendet werden. Auf eine faire Bezahlung der Angestellten ist zu achten.