In rund 50 Prozent der 31 Bundesstaaten Mexikos hat die „Partei der Institutionalisierten Revolution“ (PRI) die Kommunal- und Regionalwahlen gewonnen. In zwölf Bundesstaaten wählten die Mexikaner neue Gouverneure und Bürgermeister, in 14 Staaten wählten sie ihre Vertreter in den Regionalparlamenten. Die PRI gewann bei den Wahlen mindestens neun Gouverneursposten. Der früheren Staatspartei gelang es in den Staaten Zacatecas, Tlaxcala und Aguascalientes einen Machtwechsel herbeizuführen.
In den Staaten Sinaloa, Puebla und Oaxaca wird die konservative „Partei der Nationalen Aktion“ (PAN) des Präsidenten Felipe Calderón erstmals die Regierungsgeschäfte übernehmen. Diese Staaten waren einst fest in der Hand der PRI. Dennoch zeigte sich die Parteichefin der PRI, Beatriz Paredes, mit dem Ausgang der Wahlen hoch zufrieden und sagte in Mexiko-Stadt: „Die Ergebnisse zeigen, dass unser Sieg überzeugend war. Es ist ein politischer Trend zu erkennen, der sich auch auf die Präsidentenwahl 2012 auswirken wird.“
Die Fraktionsvorsitzende der PAN im Kongress in Mexiko-Stadt, Josefina Vasques Mota, widerspricht bei der Einschätzung des Wahlergebnisses ihrer Konkurrentin von der PRI: „Wir haben in Staaten gewonnen, wo es nie etwas anderes gab als die Herrschaft der PRI. Die Präsidentenwahlen werden erst in zwei Jahren entschieden. Es sind noch nicht einmal Kandidaten ernannt, für Siegeserklärungen ist es viel zu früh.“
Die PAN hatte vor rund einem Jahr die Parlamentswahlen in Mexiko klar verloren. Die PRI, die bis zum Jahr 2000 mehr als 70 Jahre lang an der Macht war, hofft in zwei Jahren auf einen Regierungswechsel in Mexiko-Stadt, nachdem die Partei der Institutionellen Revolution zwölf Jahre die Oppositionsbank drücken musste. Trotz der Auseinandersetzungen der mexikanischen Polizei und Streitkräfte mit den Drogenbanden, verliefen die Kommunal- und Regionalwahlen im Mexiko relativ ruhig.
Trotz aller Drohungen bildeten sich an vielen Orten lange Menschenschlangen vor den Wahllokalen. Im Bundesstaat Tamaulipas wurde der Kandidat der PRI, Egidio Torres, neuer Gouverneur. Er war für seinen Bruder Rodolfo eingesprungen, der kurz vor den Wahlen einem Attentat zum Opfer fiel.