Kuba ist offenbar dazu entschlossen, der internationalen Staatengemeinschaft politisch entgegenzukommen. Ein Sprecher der Kubanischen Bischofskonferenz teilte mit, dass die kubanische Regierung 52 Dissidenten frei lassen will. Vor dieser Ankündigung hatte Kubas Präsident Raúl Castro mit dem Außenminister von Spanien, Miguel Moratinos, verhandelt. Fünf der Gefangenen sollen unmittelbar, die restlichen 47 in drei bis vier Monaten aus dem Gefängnis entlassen werden.

Doch einige politische Beobachter Kubas, sind sich nicht sicher, ob das kommunistische Regime seine Zusagen auch einhalten wird. Zudem ist aus den Verlautbarungen des spanischen Außenministers zu erkennen, dass die kubanische Regierung die sofortige Abschiebung der freigelassenen, politischen Gefangenen plant. Die spanische Regierung hat versprochen, alle Dissidenten aufzunehmen.

Einige der politischen Gefangenen, die jetzt aus der Haft entlassen werden sollen, waren im so genannten „Schwarzen Frühling“ im Jahr 2003 wegen kritischer Äußerungen über die Regierung Fidel verhaftet worden. Einige von ihnen wurden wegen Landesverrats zu bis zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Dissident Elizardo Sanchez glaubt nicht, dass sich die Menschenrechtslage in Kuba deutlich verbessert wird, selbst, wenn jetzt die Dissidenten freigelassen werden.

Durch die Freilassung der politischen Gefangen, hofft Kuba auf ein besseres internationales Image und verbesserte Handelsbeziehungen zur Europäischen Union. Denn die Wirtschaft in Kuba befindet sich in einer desolaten Lage. Das Land bezieht 80 Prozent seiner Lebensmittel aus dem Ausland. In diesem Jahr sind die Importe bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Nicht nur die Regierung von Havanna wäre die Freilassung der 52 Dissidenten ein Erfolg, sondern auch für die katholische Kirche und die spanische Außenpolitik.

Die spanische Regierung setzt sich seit dem Jahr 2004 für bessere politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Kuba ein. Andere Länder in der EU bestehen vor Verhandlungen mit Kuba darauf, dass das Regime von Raúl Castro die Menschenrechte auf der Insel achtet und alle politischen Häftlinge freilässt. Laut Amnesty International sind in Kuba in den Gefängnissen Isolationshaft, Folter und Misshandlungen immer noch an der Tagesordnung.