In einer geheim gehaltenen Lagerhalle in Bayern lagern die Maya-Kunstwerke des umstrittenen Sammlers Leonardo Patterson. Zu den Preziosen zählen kostbarer Schmuck, Goldmasken, Keramikschalen, Steinfiguren, Skulpturen sowie Kultgegenstände der Mayas, Olmeken, Azteken  und anderer präkolumbischer Kulturen. Manche der Kunstwerke sollen rund 3.500 Jahre alt sein. Vor zwei Jahren hatten Fahnder dem Kunsthändler den Schatz abgenommen. Inzwischen kämpft ein Dutzend lateinamerikanischer Länder um die Herausgabe des Kulturguts – doch bis jetzt ohne Erfolg.

Mexikanische Kunstexperten, die den Schatz nun untersuchten, haben festgestellt, dass viele Stücke gefälscht sind. Von den 150 Millionen Dollar, die der Schatz einst wert sein sollte, wird nur noch ein Bruchteil übrig bleiben. Leonardo Patterson hat gar keine so schlechten Chancen, seine Kunstwerke zurückzubekommen. Vor Bayerischen Gerichten haben Kunsthändler mehr Anrecht auf die Kunstobjekte, als die Staaten, aus denen die Kunstschätze einst illegal außer Landes gebracht wurden.

Der Frankfurter Anwalt, Robert Kugler, der das Land Mexiko gegen Leonardo Patterson vertritt, sagt: „Das mexikanische Außenministerium nennt die Plünderung und den Handel mit archäologischen Fundstücken einen direkten Angriff auf das Weltkulturerbe. Die mexikanischen Kunstexperten, die die Kunstschätze überprüften, waren von der Dreistigkeit der Fälschungen überrascht, wie Anwalt Robert Kugler berichtet: „Einige Stücke sind wirklich plump gefälscht, es fand sich Zeitungspapier auf der Innenseite einer Skulptur, Statuen hatten Bohrungen mit US-Zollmaß, das zu Zeiten von Kolumbus noch nicht bekannt war.

Die Botschaft von Mexiko in Berlin teilt mit, dass 691 der 1029 Kunstschätze echt sind und aus mexikanischem Hoheitsgebiet stammen. Mexiko wird alles vor Gericht versuchen, diesen Teil der Sammlung zurückzuerhalten. Der Kunstsammler Leonardo Patterson lässt es sich in der Zwischenzeit in München gut gehen. Er hat sich im Arabella-Haus eingemietet und schätzt das bayerische Essen und die bayerischen Seen. Er verfügt in der Landeshauptstadt über beste Kontakte zur archäologischen Kunstszene. In Spanien, Peru und Mexiko laufen inzwischen Verfahren wegen des Schmuggels von Kulturgütern. Alle Rechtshilfeersuchen dieser Länder bei bayerischen Gerichten wurden bisher ohne Ausnahme abgelehnt.