Der Nationalpark Carara in Costa Rica liegt in der Übergangszone vom Trockenwald im Nordwesten des Landes zum immergrünen Dschungel des Tieflandes, das an den Pazifik grenzt. Deshalb gibt es hier Tier- und Pflanzenarten aus beiden ökologischen Zonen. Hier wachsen beispielsweise Würgefeigen, Akazien, Kapokbäume und Kakteen. Das Naturschutzgebiet ist auch die Heimat des beliebtesten Vogels von Costa Rica, dem Arakanga, einem hellroten Ara. Über 400 weitere Vogelarten haben sich hier ebenfalls niedergelassen. In den Flüssen des Parque National Carara tummeln sich die größten Krokodile Costa Ricas.

Der Nationalpark ist 5.242 Hektar groß und liegt an der Mündung des Río Tárcoles. Von San Jose sind es rund 90 Kilometer bis zum Parque National Carara. Die meisten Tierliebhaber kommen zwischen Dezember und April in das Naturschutzgebiet. Die Tiere lassen sich aber auch in der Regenzeit beobachten, da sie nicht abwandern. Die Parkwächter empfehlen ihren Besuchern möglichst am frühen Morgen zu kommen, da dies die beste Zeit ist, um die Tiere zu sehen und zu fotografieren.

Gerade für Ornithologen ist dieses Naturschutzgebiet in Costa Rica das reinste Paradies. Zu den Vogelarten, die sich in der Regel sehen lassen, zählen zum Beispiel der Rotschwanz-Glanzvogel, die Langschwanzpipra, die Dickkopfpekarde, die Pinseltangarde, der Schwarzohrpapagei, der Buntkopfspecht, die Goldschnabel-Ruderammer sowie fünf Trogonarten. Zu den Säugetieren, die hier leben, gehören unter anderen der Weißwedelhirsch, der Rote Spießhirsch, das Halsbandpekari und verschiedene Affenarten.

In der Nähe der Rio-Tárcoles-Brücke, von den Einheimischen aus Krokodilsbrücke genannt, können die Besucher des Parque National Carara bis zu 30 Spitzkrokodile beobachten, die auf den Sandbänken auf ihre Beute lauern. Ab besten sieht man sie bei Ebbe in der Trockenzeit. Wer sich für die Kultur der Indios von Costa Rica interessiert, kann sich einem Führer anschließen, der den Weg zu den archäologischen Relikten indigener Begräbnisstätten im Nationalpark kennt. Im Vergleich zu den Kultstätten in Guatemala und Mexiko sind sie allerdings sehr klein.