Der Anfang des Paraná-Flussdeltas liegt etwa 100 Kilometer vor dem Zusammenfluss des Río Paraná mit dem Río de la Plata. Der Fluss bildet in seinem Delta ein verwirrendes Zusammenspiel zwischen mehr als 350 Inseln, Kanälen und Nebenflüssen. Das Paraná-Delta in Argentinien ist rund 17.500 Hektar groß und gehört somit zu den größten Süßwasserdeltas der Erde. Das Gebiet ist halb so groß wie Belgien. Es leben dort etwa 5.000 Isleños, in Häusern, die auf Pfählen und Stelzen erbaut wurden.

Die Flüsse und Kanäle sind die Hauptverkehrsadern der Einheimischen. Etwa 30 Supermarktschiffen versorgen die Bewohner mit den notwendigen Lebensmitteln und allem übrigen, was die Menschen hier zum Leben brauchen. Die Kinder werden mit Booten in die Schule gefahren. Wer als Tourist in Argentinien unterwegs ist und das Paraná-Delta besuchen möchte, sollte es nicht eilig haben. Nachdem die Randgebiete des Deltas durchfahren sind, die sich in ein überlaufenes Wochenendparadies für einheimische Großstädter entwickelt haben, taucht der Besucher in das eigentliche Delta mit seiner himmlischen Ruhe ein.

Am Río Sarmiento befindet sich das Museo Sarmiento, ein kleines Holzhäuschen, dass 1855 gebaut wurde. Hier lebte mehr als dreißig Jahre Domingo Faustino Sarmiento, der von 1868 bis 1874 Präsident von Argentinien war. Vor allem für die Bildung seiner Landsleute setzte sich Sarmiento ein. Aus diesem Grund wurde neben dem Holzhäuschen auch eine öffentliche Bibliothek eingerichtet. Den 11.September, den Todestag des ehemaligen Präsidenten, feiern alle Argentinier als den „Tag des Lehrers“.

Am Río Luján gibt es sogar ein Kunstmuseum, das Museo de Arte en la Delta. Es ist das Atelier des Künstlers und Architekten Miguel D´Arienzo. Er hat drei Blechhäuser, die auf Stelzen stehen, zu seinem Privatmuseum umfunktioniert. Im Garten hat er Skulpturen aus Materialen gebaut, die er selbst recycelt hat.