Viele Touristen, die in Peru unterwegs sind, wählen den kleinen Hafen Puno als Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Inseln des Titicacasees. In der Stadt, in der rund 100.000 Menschen leben, sind nur ein paar Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten geblieben. Das Straßenbild wird hier nicht von der Architektur dominiert, sondern von indigenen Frauen, die Kleider tragen, die aus vielen Schichten bestehen und ihren Kopf mit den berühmten Bowler-Hüten bedecken. In der Nacht wird es hier eiskalt, besonders im Winter unterschreiten die Temperaturen häufig den Gefrierpunkt.

Eines der Sehenswürdigkeiten von Puno ist die „Yavari“, das älteste Schiff auf dem Titicacasee. Es wurde in England gebaut und seine Einzelteile um Kap Hoorn herum nach Arica verschifft. Die „Yavari“ reiste anschließend mit dem Zug weiter nach Tacna. Dort wurde es auf Maultiere verladen und auf einer abenteuerlichen Reise, die sechs Jahre dauerte, über die Anden nach Puno transportiert. Endlich am Ziel angekommen, wurde das Schiff zusammengebaut und machte 1870 seine erste Fahrt auf dem Titicacasee. Wenn es keine Kohle gab, wurde die „Yavari“ mit Lamamist angetrieben.

Nachdem das Schiff von der Marine von Peru stillgelegt worden war, schien sein Ende gekommen zu sein. Eine Not-Profit-Organisation rettete das Boot. Das Schiff soll nun hergerichtet werden und bald wieder auf dem Titicacasee unterwegs sein. Wer sich eher für die archäologischen Schätze Perus interessiert, sollte sich auf jeden Fall das kleine Museo Carlos Dreyer anschauen, in dem schöne archäologische Funde ausgestellt sind. Kunsthandwerk kauft man am besten in der Casa del Corregidor, das von einer Kooperative betrieben wird.

Vor allem aber ist Puno in ganz Peru für seine wilden und farbenprächtigen Folklorefeste berühmt. Die phantasievollen Kostüme, die von den Einheimischen bei den Fiestas getragen werden, sind oft teurer, als ihre gesamte andere Kleidung. Die Musiker spielen klassische Saiteninstrumente, Schlag- und Blasinstrumente. Die Feste finden rund um den 6.Januar, den 2. Februar und am 5.November, dem Puno-Tag, statt. Sie dauern immer mehrere Tage.