Jetzt lassen die Drogenbarone in Mexiko schon Ärzte und Sanitäter umbringen. Die Verbrecher gehen mit einer bisher nicht gekannten Brutalität vor. Im konkreten Fall tötete in Ciudad Juárez eine Autobombe einen Arzt, einen Sanitäter und zwei Polizisten. Das Attentat im Zentrum von Ciudad Juárez gilt als Vergeltungsschlag für die Verhaftung eines Drogenbarons der Stadt. Einen Tag später starben zwölf Menschen in Nuevo Laredo bei einer Schießerei zwischen Auftragsmördern und der Armee. In Acapulco tötete die Drogenmafia kurz darauf vier Polizisten und in Torreón 17 Jugendliche.
Im Drogenkrieg in Mexiko sind in diesem Jahr schon über 7.000 Menschen getötet worden. Seit vier Jahren sind bis zu 25.000 Opfer zu beklagen. Die Gewalt nimmt ständig zu, obwohl der mexikanische Präsident Felipe Calderón bis zu 50.000 Soldaten und Polizisten in den Kampf gegen die Drogenbande schickte. Der Staatschef hofft, dass sich die Zustände unter seinem neuen Innenminister Francisco Blake verbessern. Er soll die Sicherheit der 110 Millionen Mexikaner garantieren.
Nach dem Attentat von Ciudad Juárez befürchten Experten, dass sich in Mexiko die Sicherheitslage so verschlechtern könnte wie in Kolumbien der 80iger und 90iger Jahre, als dort der Drogenbaron Pablo Escobar den Drogenmarkt in seiner Hand hatte. Der ehemalige Sicherheitschef von Tijuana, Alberto Capella, befürchtet: „Das ist der Beginn des Drogenterrorismus.“ Der neue Innenminister Francisco Blake sagt zum Anschlag in Ciudad Juárez: „Ein feiger Akt. Die Kriminellen haben keine Skrupel, ihre Waffen auf Plätzen und Straßen einzusetzen.“
Mexiko will den Kampf gegen die Drogenbanden weiter verschärfen. Allein in den vergangenen Jahren wurden über 1.600 Drogenhändler festgenommen. Der neue Innenminister will auch weiterhin die Armee gegen die Drogenkartelle einsetzen. Einen Vergleich mit Kolumbien lehnt die mexikanische Regierung strikt ab. Innenminister Francisco Blake sagt voller Zuversicht: „Mexiko ist Mexiko und hat eine große Chance, weil seine Leute mutig Ruhe und Sicherheit zurückgewinnen wollen.“ Er ist überzeugt, dass Mexiko im Kampf gegen die Drogenmafia nicht nachlassen und weiterhin mit Charakterstärke und mutiger Entschlossenheit gegen sie vorgehen wird.