Eines der Berufsbildungszentren der Kolping-Stiftung in Paraguay befindet sich am Stadtrand von Coronel Oviedo und war bei allen nur unter dem Namen „Haus der Verabredungen“ bekannt. So werden in Paraguay die Bordelle genannt. Eigentlich hätten hier Schulungen stattfinden sollen. Nicht nur das Kolpingwerk unterstützt in Paraguay Hilfsprojekte, sondern auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sowohl das Ministerium als auch die Zentrale von Kolping International haben angeblich nichts von den skandalösen Zuständen gewusst, die zwischen 2005 und 2008 in Coronel Oviedo herrschten.
Als die neue Geschäftsführerin der Kolping-Stiftung in Paraguay, Brigitte Fuzelier, das Berufsbildungszentrum im März zum ersten Mal besuchte, gab es dort nur eine einzige Nähmaschine, um Schneiderinnen auszubilden. Ihr Vorgänger, Máximo Samaniego, hatte der Stiftung im Dezember des Vorjahres gekündigt und war danach verschwunden. Für die Hilfe zur Selbsthilfe benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Paraguay überwies das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an die Zentrale von Kolping International in Köln seit 1999 über 3,6 Millionen Euro.
Seine Aufgabe sieht das Kolpingwerk darin, seine Mitglieder so zu schulen, dass sie sich in der Welt als Christen bewähren können. Nicht nur in Paraguay, sondern in über 60 Ländern fördert die Hilfsorganisation Lebenshilfeprojekte und Berufsbildungszentren. Außerdem unterstützt sie Bauern und Notleidende, die sich zu Kolpingfamilien zusammenschließen. In Paraguay betreibt die Kolping-Stiftung neun Berufsschulen, in der mehr als 3.000 Schüler unterrichtet werden. Außerdem gewährt die Stiftung armen Bauern Kleinkredite.
Brigitte Fuzelier hat bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass die Stiftung keine offiziellen Rechnungen mehr ausstellen durfte, weil sie in Paraguay seit Jahren keine Steuern mehr bezahlt hatte und ihre Bilanzen nicht veröffentlicht hatte. Die neue Geschäftsführerin schätzt, dass der verursachte Schaden ihres Vorgängers mindestens zwei Millionen Euro beträgt. In Coronel Oviedo geht es inzwischen wieder mit rechten Dingen zu. In dem Berufsbildungszentrum können sich die Menschen jetzt wirklich schulen lassen. Entweder an Computern oder an Nähmaschinen.
#1 by Brigitte Fuzellier on Donnerstag, 26. August 2010
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wir brauchen Hilfe , statt Lohn haben wir Pruegel erhalten , weil wir es wagten die Korruption anzuzeigen . Unsere Haushaltsmittel wurdern mit ueber 60 % gekuerzt . Mit mehr als 7000 Schueler pro Jahr , 1000 Kleinbauern und 200 Mitarbeitern droht uns nun die Finanzkatastrophe ,die wenigen Eigenmittel sind verbraucht man kann die Luecken nicht mehr decken . Paraguay braucht die Kolping Bildungsinstitute , jedes Jahr kommen 80.000 Jugendliche auf die Strasse ohne eine Chance von Berufsausbildung ein direkter Weg in die Armut oder Kriminalitaet . Kolping Paraguay hilft einem grossen Teil davon sich dank eines Berufes in die Gesellschaft einzugliedern . Mit dem Leitsatz wir bringen ihnen das fischen bei , und schenken ihnen nicht den Fisch . Nun droht uns das Ende , weil wir es gewagt hatten den Mund aufzumachen und die Korruption nicht duldeten … wir bitten darum uns zu helfen oft kann schon ein Schreiben an die Regierung helfen … wir danken euch im Namen unserer Schueler , unserer Bauern und unseren Mitarbeitern …
Gruss Brigitte Fuzellier Directora Ejecutiva Fundacion Kolping Paraguay