Am 5. August 2010 gab es ein Grubenunglück in der Kupfermine San José im Norden von Chile. Seitdem sind dort 33 Bergwerksarbeiter in einer Tiefe von 688 Metern eingeschlossen. Die Männer konnten in einen Sicherheitsraum flüchten, der 40 Quadratmeter groß ist. Außerdem können sie sich in einem zwei Kilometer langem Stollensystem bewegen, dass nicht eingestürzt ist. Am 24. August war es den Rettungsmannschaften gelungen, eine Sonde zu den eingesperrten Bergleuten zu schicken und mit ihnen Kontakt aufzunehmen.

In den ersten drei Wochen nach dem Unglück in Chile, aßen die Bergmänner alle 48 Stunden zwei Esslöffel Thunfisch, ein halbes Glas Milch, eingelegte Früchte und etwas Wasser. Nach der Kontaktaufnahme werden sie zusätzlich mit Astronautennahrung ernährt. Spezielle Medikamente sollen sie vor Geschwüren bewahren. Die ersten beiden Bohrungen für die Sonden dienen der Verpflegung und Kommunikation. Eine dritte Bohrung soll die Luft im Stollensystem verbessern.

Die Temperaturen betragen im Unglücksgebiet etwa 35 Grad Celsius, bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 90 Grad. Bei der Rettungsbohrung soll zunächst ein Schacht mit einem Durchmesser von 38 Zentimetern gebohrt werden, der bei der zweiten Bohrung auf 66 Zentimeter erweitert werden soll. Grubenexperten gehen davon aus, dass die Rettung der Minenarbeiter bis zu vier Monate dauern kann, da die Maschine nur etwa 20 Meter pro Tag vorankommt.

Die Mine San José im Norden von Chile ist wegen ihrer laschen Sicherheitsvorkehrungen berüchtigt. Es hat hier schon Dutzende Bergarbeiterdramen gegeben. Der chilenische Präsident Sebastián Piñera sagte in einem Interview: „Ich will den Zettel mit der ersten Botschaft der Verunglückten solange bei mir führen, bis der letzte der 33 Verschütteten gerettet ist.“

Außerdem versprach der Staatschef, die Sicherheitsgesetze für Minen einer Prüfung zu unterziehen. Der Kupferbergbau ist für Chile einer seiner wichtigsten Wirtschaftszweige. Inzwischen hat der Minengeschäftsführer Alejandro Bohn die kollektive Volkswut auf sich gezogen, da er andeutete, einen Konkursantrag stellen zu wollen. Damit bräuchte er den verschütteten Arbeitern keinen Lohn mehr für die Zeit ihrer Torturen zu bezahlen.