Der Nationalpark Portobelo schmiegt sich an die Hänge der grün bewachsenen Sierra Llorana de Portobelo. Das Naturschutzgebiet ist 36.000 Hektar groß und erstreckt sich entlang der Küste zwischen den Bahías de Portobelo und de San Cristóbal und grenzt im Süden an den Parque Nacional Chagres. Das Zentrum des Nationalparks ist noch fast undurchdringlich und vollständig von tropischem Regenwald bedeckt, während die Randgebiete die Agrarwirtschaft die ursprüngliche Vegetation abgelöst hat.

In Panama ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein Stück Land in den Besitz desjenigen übergeht, der es urbar macht. Viele Menschen wanderten aus den Provinzen der Zentralen Pazifikküste und der Halbinsel Azuero an die Costa Arriba. Sie versuchen sich zum Beispiel in den kleinen Ort Nuevo Tonosí, wenige Kilometer nach Portobelo, ein neues Leben zu beginnen. Obwohl der Parque Nacional Portobelo ein Naturschutzgebiet ist, lässt sich die illegale Waldrodung nur schwer eindämmen.

Wer den Kahlschlag des Regenwaldes verhindern möchte, hört immer wieder die gleichen Argumente. Es fehlt in Panama an Geld, um den Parque Nacional Portobelo nachhaltig zu schützen und den Kleinbauern einen anderen attraktiven Lebensentwurf bieten zu können. Inzwischen gibt es allerdings in Nuevo Tonosí ein Büro der staatlichen Naturschutzbehörde ANAM (Autoridad Nacional del Ambiente), deren Mitarbeiter sich für den Naturschutz vor Ort einsetzen und Aufforstungsprojekte in Gang bringen möchten.

Die Infrastruktur im Parque Nacional Portobelo in Panama ist noch stark ausbaufähig. Deshalb konzentriert sich der Tourismus auf die Küstenregion des Nationalparks. Denn rund 22 Prozent der Fläche des Naturschutzgebiets liegen im Karibischen Meer. Die Küstenlinie hat eine Länge von rund 70 Kilometern und ist von traumhaften Buchten gesäumt.

Wenige Kilometer vor Portobelo, in einer Bucht, die von Mangrovenwäldern bewachsen ist, haben sich einige Tauchclubs angesiedelt. Hier können Touristen das Tauchen lernen oder wenn sie es schon können, auf eigene Faust oder unter der Anleitung einheimischer Tauchlehrer die vorgelagerten Korallenriffe erforschen. Von Colón aus, der zweitgrößten Stadt in Panama, verkehren mehrmals täglich Busse nach Portobelo.